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Wie viel KI besitzen Sie? ETF, VC-Fonds und Beteiligungen addiert

Wer KI über Welt-ETF, Venture-Fonds und Beteiligungen addiert, kommt leicht auf das Vierfache des Gedachten. Die Summe zählt mehr als jede Blasendiagnose.

5 Min. Lesezeit

Wer einen Welt-Aktien-ETF, einige Venture-Fonds und eine Handvoll Angel-Beteiligungen hält, besitzt künstliche Intelligenz dreifach und zählt sie meist einmal. Über alle drei addiert ist der Teil des Portfolios, der am Ausbau der KI hängt, leicht ein Mehrfaches dessen, was der Inhaber geschätzt hätte. Ob die Bewertungen eine Blase sind, kann vorab niemand beantworten. Wie viel von einem Thema Sie besitzen, lässt sich an einem Wochenende klären, und es ist die nützlichere Frage.

Wo die Konzentration im Oktober 2025 steht

Zuerst die Börse. Ende August 2025 machten die zehn größten Unternehmen 39 Prozent des S&P 500 aus, Nvidia allein rund 8 Prozent, wie Boston Trust Walden ausweist. Zehn Jahre zuvor kamen die zehn größten auf 18 Prozent und das größte Unternehmen, Apple, auf rund 3 Prozent. US-Aktien wiederum stellen mehr als 70 Prozent des MSCI World, also des Index hinter vielen der ETFs, die deutsche Privatanleger halten. Ein Produkt, das man kauft, um alles zu besitzen, ist zu einem erheblichen Teil eine Position in wenigen amerikanischen Technologiekonzernen geworden, deren Investitionspläne und Kurse inzwischen an KI hängen.

Auf der privaten Seite ging es schneller. Am 2. September gab Anthropic eine Finanzierung über 13 Milliarden Dollar zu einer Post-Money-Bewertung von 183 Milliarden Dollar bekannt. Am 2. Oktober verkauften heutige und frühere Mitarbeiter von OpenAI Anteile für 6,6 Milliarden Dollar zu einer Bewertung von 500 Milliarden Dollar, nach 300 Milliarden in der vorherigen Runde des Unternehmens. In den Venture-Daten von PitchBook entfielen in den jüngsten zwölf Monaten 63 Prozent der investierten Dollar auf KI-Unternehmen, ein Jahr zuvor waren es 40 Prozent.

Und beide Seiten sind vertraglich verbunden. Am 22. September kündigten Nvidia und OpenAI an, dass Nvidia bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI investieren will, während OpenAI mindestens zehn Gigawatt an Nvidia-Systemen in Betrieb nimmt. Die größte Position im Börsenindex finanziert das größte private Unternehmen, das ihre Produkte kauft.

Eine Aussage über Kurse leiten wir daraus nicht ab. Die Konzentration steigt seit zehn Jahren, und der Index ist mit ihr gestiegen. Der Punkt ist enger: Was mit diesem Thema geschieht, geschieht mit allen drei Teilen des Portfolios zugleich.

Ein Rechenbeispiel: dreimal zählen

Die Zahlen sind zur Veranschaulichung erfunden. Angenommen, ein Portfolio von 3 Millionen Euro sieht so aus:

  • 1.000.000 Euro in einem ETF auf den MSCI World
  • 500.000 Euro aktueller Wert in drei Venture-Capital-Fonds, dazu 400.000 Euro offenes Commitment
  • 300.000 Euro in acht Angel-Investments, zum Preis der jeweils letzten Finanzierungsrunde
  • 900.000 Euro Eigenkapital in zwei vermieteten Wohnungen
  • 300.000 Euro in Liquidität und Anleihen

Auf die Frage, wie viel KI darin steckt, denkt der Inhaber an die drei Angel-Unternehmen, die es im Pitch stehen haben: 150.000 Euro oder 5 Prozent.

Nun der Blick durch jede Schicht. Beim ETF öffnen Sie die Bestandsliste des Anbieters und addieren die Unternehmen, deren Bewertung nach Ihrer Einschätzung auf KI-Ausgaben beruht: die Chiphersteller, die großen Cloud-Plattformen, die Ausrüster von Rechenzentren. Wo die Grenze verläuft, ist eine Ermessensfrage. Angenommen, Sie kommen auf ein Viertel des ETF: 250.000 Euro.

Bei den Venture-Fonds nehmen Sie die letzten Quartalsberichte. Jeder führt die Portfoliounternehmen mit ihrer Bewertung auf, und Ihr Anteil am NAV des Fonds gilt für jedes davon. Angenommen, die Unternehmen, die Sie als KI einordnen würden, machen 40 Prozent des gemeinsamen Werts der drei Fonds aus: 200.000 Euro.

Die Angel-Beteiligungen bleiben bei 150.000 Euro.

Zusammen sind das 600.000 Euro oder 20 Prozent des Portfolios. Das Vierfache der ersten Antwort, ohne einen einzigen neuen Kauf.

Eine Zeile gehört noch dazu. Die 400.000 Euro offenes Commitment werden in den nächsten Jahren abgerufen und von Managern investiert, die nach den Zahlen von PitchBook den größten Teil ihres Geldes in KI-Unternehmen stecken. Der Anteil wächst, ohne dass Sie etwas entscheiden.

Warum die drei Töpfe einander nicht ausgleichen

Auf dem Papier sind es verschiedene Anlageklassen: börsennotierte Aktien, Fondsanteile, direkte Beteiligungen. Bei einer Korrektur des Themas sind sie eine Position mit drei Berichtsterminen.

Der ETF zeigt es am selben Tag. Die Venture-Fonds zeigen es zwei oder drei Quartale später, weil private Bewertungen ihre Multiplikatoren von börsennotierten Vergleichsunternehmen und vom Preis der nächsten Runde nehmen, und beides kommt mit Verzögerung an. Diese Verzögerung haben wir im Beitrag über den Zollschock und den Nenner-Effekt beschrieben. Die Angel-Beteiligungen zeigen es zuletzt und am abruptesten, nämlich dann, wenn ein Unternehmen wieder Geld aufnehmen muss und die neue Runde niedriger ausfällt oder nicht zustande kommt.

Für die Planung ist diese Reihenfolge gefährlich. Ein halbes Jahr nach einem Rückgang der börsennotierten KI-Werte sähe der private Teil des Portfolios noch stabil aus. Er wäre nicht stabil. Er wäre nur noch nicht berichtet.

Das Umgekehrte gilt ebenso, und deshalb stellen wir keine Blasen-Diagnose. Zahlt sich der Ausbau aus, gewinnen alle drei Teile, und wer den börsennotierten Teil früh verkauft hat, hat den einzigen Teil gekürzt, der sich kürzen ließ, und die Teile behalten, die sich gar nicht verkaufen lassen.

Was man mit der Zahl anfängt

Aufschreiben. Ein Blatt: jede Position, ihr Wert, der Anteil, den Sie als KI zählen, Quelle und Datum dieser Schätzung. Welche Definition Sie verwenden, ist weniger wichtig, als im nächsten Quartal dieselbe zu verwenden. Eine Zahl, die sich mit ihrer eigenen Vergangenheit vergleichen lässt, ist mehr wert als eine genaue.

Eine Bandbreite festlegen, bevor die Nachrichten es tun. Manche Anleger werden 20 Prozent in einem Thema ansehen und richtig finden; vielleicht kennen sie das Feld und haben es gewählt. Andere werden es doppelt so hoch finden, wie ihnen lieb ist. Beides lässt sich vertreten. Die Zahl nicht zu kennen, lässt sich nicht vertreten.

Die Teile nutzen, die sich steuern lassen. Bestehende Fondsanteile und Angel-Beteiligungen lassen sich nicht anpassen. Drei Dinge schon. Das nächste Fonds-Commitment: Fragen Sie den Manager, wie viel des Vorgängerfonds in KI-Unternehmen geflossen ist und was für den neuen vorgesehen ist. Folgeinvestitionen in die eigenen Beteiligungen, bei denen jedes Bezugsrecht eine neue Entscheidung ist. Und der liquide Teil, der einzige, der sich binnen Tagen ändern lässt. In welche Richtung Sie anpassen, ist Ihre Entscheidung und hängt von der Bandbreite ab, die Sie gesetzt haben. Wir beschreiben die Stellschrauben und empfehlen kein Geschäft.

Wiederholen, wenn die Berichte kommen. Die Fondsberichte für das dritte Quartal treffen üblicherweise ab November ein. Sie enthalten die Unternehmensliste und die Bewertungen, also das Rohmaterial für diese Summe. Valued liest die Portfoliounternehmen und ihre Bewertungsänderungen aus jedem Quartalsbericht und führt sie beim Fonds, sodass der Durchblick nicht jedes Mal bei einem Stapel PDFs beginnt. Eine Tabelle mit einer Zeile je Unternehmen erfüllt den Zweck auch, wenn sie gepflegt wird.

Beim ersten Mal kostet die Übung einen Nachmittag. Ihr Ergebnis ist ein einziger Prozentsatz, den Ihnen kein Depotauszug und kein Fondsbericht je zeigen wird.

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