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Drittes Quartal 2026: was sich für Euro-Anleger bewegt hat

Aktien schlossen das Quartal fast dort, wo sie begannen. Renditen nicht: Die zehnjährige Bundesanleihe stieg von 2,93 auf 3,64 Prozent, EZB und Fed erhöhten.

Von Valued5 Min. Lesezeit
Der Turm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, über den Main hinweg gesehen, unter grauem Herbsthimmel.

An den Aktienindizes gemessen war das dritte Quartal 2026 ereignisarm: Der DAX schloss am 30. September bei 25.199 Punkten, 0,8 Prozent höher als Ende Juni, der S&P 500 gewann in Dollar 2,0 Prozent. Bewegt hat sich der Preis des Geldes. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg von 2,93 auf 3,64 Prozent, EZB und Federal Reserve haben im September die Zinsen erhöht, und Brent-Öl beendete das Quartal weit über dem Stand, mit dem es begonnen hatte. In einem Portfolio mit privaten Beteiligungen ist das meiste davon in den Zahlen noch nicht angekommen.

Was im Quartal geschehen ist

Nach ihrer ersten Erhöhung im Juni, die im Halbjahresrückblick steht, ließ die EZB ihre Zinsen am 23. Juli unverändert und erhöhte sie am 10. September um einen Viertelpunkt. Der Einlagensatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent. Der EZB-Rat begründete das damit, dass der Konflikt im Nahen Osten weiter Inflationsdruck erzeugt; seine Fachleute erwarten für den Euroraum nun 3,0 Prozent Inflation für 2026 und 2,5 Prozent für 2027. Die vorläufige deutsche Rate für September, vom Statistischen Bundesamt am 30. September veröffentlicht, lag bei 3,3 Prozent, Energie war 14,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Die Fed folgte am 16. September mit einer einstimmig beschlossenen Erhöhung um einen Viertelpunkt auf eine Zielspanne von 3,75 bis 4 Prozent. CNBC nannte es die erste Erhöhung seit 2023.

Die Anleihemärkte haben sich stärker bewegt als die Notenbanken. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg von 4,44 Prozent am 30. Juni auf 5,29 Prozent am 30. September. Die Schätzung der Bundesbank für zehnjährige Bundeswertpapiere legte in denselben drei Monaten um 0,71 Prozentpunkte zu und erreichte am 28. September 3,69 Prozent. Der sichtbarste Grund ist das Öl: Der Brent-Spotpreis, den die US-Energiebehörde EIA veröffentlicht, lag Ende Juni bei rund 70 Dollar, erreichte Mitte September etwa 131 Dollar und stand am 29. September bei etwa 114 Dollar.

Aktien nahmen das bis September gelassen und dann nicht mehr. Der DAX verlor im letzten Monat 4,0 Prozent und behielt für das Quartal ein kleines Plus. Gold wurde in London am 29. September bei rund 4.163 Dollar festgestellt, etwa 3 Prozent über dem Stand von Ende Juni.

Der Euro hat sich gegenüber dem Dollar von Stichtag zu Stichtag kaum verändert: Der EZB-Referenzkurs lag am 30. Juni bei 1,1394 und am 30. September bei 1,1355. Dazwischen erreichte er am 21. August 1,1699. Eine Position im S&P 500 brachte im Quartal deshalb in Euro etwa 2,4 Prozent, etwas mehr als in Dollar. Im ersten Halbjahr 2025 war es umgekehrt, damals nahm die Währung, was der Index gab.

Warum der private Teil des Portfolios das noch nicht zeigt

Der Quartalsbericht eines Fonds kommt Wochen, oft zwei Monate oder mehr, nach dem Quartal, das er beschreibt. Der NAV, der am 30. September in Ihren Unterlagen steht, ist bei den meisten Fonds der NAV zum 30. Juni, fortgeschrieben um die Kapitalabrufe und Ausschüttungen seither. Ermittelt wurde er, als die zehnjährige Bundesanleihe unter 3 Prozent rentierte.

Höhere Renditen erreichen private Bewertungen auf drei Wegen, und keiner davon wirkt sofort. Bewerter zinsen künftige Zahlungen mit einem höheren Satz ab. Börsennotierte Vergleichsunternehmen, an denen viele Fonds ihre Wertansätze ausrichten, waren im September schwächer. Und Fremdkapital für Übernahmen und Immobilien wird teurer, was senkt, was ein Käufer zahlen kann. Die Berichte zum 30. September, die ab November eintreffen, werden die ersten sein, die etwas davon abbilden. Wie man diese Berichte liest und welche Zahlen man gegenprüft, steht in Quartalsbericht eines Fonds lesen.

Das ist keine Prognose, dass die Wertansätze sinken. Es ist eine Erinnerung daran, was die Zahl auf dem Bildschirm ist. Eine Summe, die ein gestern bewertetes Depot und vor drei Monaten bewertete Fondsanteile addiert, mischt zwei Stichtage, und nach einem Quartal wie diesem zählt der Abstand zwischen ihnen mehr als sonst.

Die andere offene Frage sind die Ausschüttungen. PitchBooks Venture-Research zum Quartal hält fest, dass der Exit-Wert in diesem Jahr hoch ist, die Ausschüttungen aber niedrig bleiben: 7,9 Prozent des NAV gegenüber einem langjährigen Durchschnitt von 14,5 Prozent. Angekündigte Exits sind noch kein Geld auf dem Konto eines LP, und ein Quartal steigender Zinsen beschleunigt das nicht.

Wo der Zinsanstieg private Anleger zuerst erreicht

Immobilieneigentümer spüren ihn vor den Fondsinvestoren. Interhyp nannte in seinem Zins-Update vom 10. September, dem Tag der EZB-Entscheidung, rund 4,2 Prozent für zehnjährige Baufinanzierungen und wies darauf hin, dass Bauzinsen den Bundrenditen folgen und nicht dem Leitzins. Die Bundrenditen sind nach diesem Datum weiter gestiegen.

Die Rechnung für ein Darlehen, dessen Zinsbindung bald endet, ist schlicht. Angenommen, die Restschuld beträgt 400.000 Euro. Jeder Prozentpunkt Zins sind 4.000 Euro im Jahr. Würden die 0,71 Punkte, um die die Bundrendite in diesem Quartal gestiegen ist, voll weitergegeben, kostete die Anschlussfinanzierung rund 2.840 Euro im Jahr mehr als ein Angebot von Ende Juni. Bei einer Nettokaltmiete von, sagen wir, 21.000 Euro ist das ein sichtbarer Teil des Überschusses. Die Möglichkeiten haben wir in Die Zinsbindung endet durchgerechnet; hier geht es nur darum, dass sich die Eingangsgrößen geändert haben.

Wer Dollar-Fonds hält, bekommt in diesem Quartal eine Lektion über Wertstellungstage. Eine Ausschüttung von 100.000 Dollar war zum Referenzkurs vom 21. August 85.477 Euro wert und zu dem vom 29. September 88.067 Euro. Der Fonds hat denselben Betrag gezahlt; in Ihrer Euro-Rechnung liegen je nach Tag rund 2.590 Euro dazwischen. Die Kurse zum Quartalsende verbergen diese Schwankung vollständig.

Was Sie jetzt im eigenen Portfolio prüfen sollten

Ein Quartalsende eignet sich für eine kurze Durchsicht, weil die Dokumente der letzten drei Monate da sind und die nächsten Berichte noch nicht. Fünf Punkte:

  • Jeder Kapitalabruf und jede Ausschüttung des Quartals ist zum Wertstellungstag gebucht, in der eigenen Währung, mit dem Euro-Betrag zum Kurs dieses Tages.
  • Bei jedem Fonds steht das Datum seines NAV. Wo dort der 30. Juni oder ein früherer Tag steht, ist der Wert ein datierter und kein aktueller.
  • Ihr offenes Commitment steht den liquiden Mitteln gegenüber, wie sie heute sind, nach dem September, und nicht, wie sie im August waren.
  • Für jedes Immobiliendarlehen sind das Ende der Zinsbindung und die Restschuld zu diesem Termin notiert, der Kapitaldienst ist mit rund 4 Prozent neu gerechnet.
  • Der private Anteil am Portfolio ist zweimal berechnet: einmal mit den alten NAVs wie berichtet, einmal mit einem Abschlag, den Sie für plausibel halten. Fallen Ihre Entscheidungen in beiden Fällen verschieden aus, warten Sie mit weiteren Zusagen auf die Berichte zum September.

Wegen eines einzelnen Quartals würden wir nicht umschichten. Wenn Sie in diesem Herbst aber ein neues Commitment zeichnen wollen, beginnen Sie beim fünften Punkt, und der dritte entscheidet, wie groß dieses Commitment sein kann.

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